Kosten
Externe Sifa: Was kostet sie pro Stunde und pro Jahr?
Jeder Betrieb mit Beschäftigten muss eine Fachkraft für Arbeitssicherheit bestellen. Für die meisten kleinen und mittleren Betriebe ist eine externe Sifa die günstigste Lösung. Doch was kostet sie konkret? Hier finden Sie Stundensätze, Pauschalen und durchgerechnete Jahreskosten für typische Betriebsgrößen. So wissen Sie, mit welchem Betrag Sie rechnen müssen und woran Sie ein faires Angebot erkennen.
Veröffentlicht am 2026-11-06 · 6 Minuten Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
- Betriebe bis 20 Beschäftigte zahlen meist eine Pauschale. Über unser Partnernetz beginnt sie bei 35 € im Monat, also rund 420 € im Jahr.
- Ab 21 Beschäftigten wird nach Einsatzstunden abgerechnet. Marktübliche Stundensätze liegen bei etwa 80 bis 150 €, bei unseren Partnern ab 85 €.
- Wie viele Stunden Sie brauchen, schreibt die DGUV Vorschrift 2 vor: je nach Branche 0,5 bis 2,5 Stunden je Beschäftigtem und Jahr, geteilt zwischen Sifa und Betriebsarzt.
- Eine eigene Sifa lohnt sich meist erst ab mehreren hundert Beschäftigten, denn allein die Ausbildung kostet viele tausend Euro und Arbeitszeit.
- Die Kosten sind Betriebsausgaben. Ohne bestellte Sifa drohen dagegen Bußgelder und Ärger mit der Berufsgenossenschaft.
Die Kosten auf einen Blick
Externe Fachkräfte für Arbeitssicherheit rechnen auf zwei Arten ab: Kleine Betriebe zahlen eine feste Pauschale pro Monat oder Jahr. Größere Betriebe zahlen die Stunden, die ihnen nach DGUV Vorschrift 2 zustehen. Die folgenden Werte sind Richtwerte, alle Preise netto zuzüglich Anfahrt:
- Sifa-Betreuung für Betriebe bis 20 Beschäftigte: ab 35 € im Monat.
- Sifa und Betriebsarzt zusammen bis 20 Beschäftigte: ab 85 € im Monat.
- Betriebe ab 21 Beschäftigten: ab 85 € pro Einsatzstunde, marktüblich etwa 80 bis 150 €.
- Zusatzleistungen wie Gefährdungsbeurteilungen, Unterweisungen oder Betriebsanweisungen werden oft extra berechnet, wenn sie nicht ausdrücklich im Paket stehen.
Weiterlesen: Alle Preise im Überblick
Kosten pro Stunde: Wovon der Stundensatz abhängt
Der Stundensatz einer externen Sifa liegt meist zwischen 80 und 150 € netto. Am unteren Ende stehen einfache Betriebe mit geringer Gefährdung wie Büros und Handel. Höhere Sätze sind bei Bau, Produktion, Gefahrstoffen oder mehreren Standorten üblich, weil dort mehr Fachwissen und Dokumentation nötig sind.
Achten Sie darauf, wie Anfahrt und Reisezeit berechnet werden. Manche Anbieter rechnen sie als Arbeitszeit ab, andere pauschal je Termin. Eine Sifa aus Ihrer Region spart hier oft mehr als ein niedriger Stundensatz.
Kosten pro Jahr: drei Rechenbeispiele
Die Jahreskosten ergeben sich aus den Einsatzstunden, die die DGUV Vorschrift 2 für Ihre Betriebsgröße und Branche vorsieht. Die Grundbetreuung beträgt je nach Betreuungsgruppe 2,5, 1,5 oder 0,5 Stunden je Beschäftigtem und Jahr. Sie wird zwischen Sifa und Betriebsarzt aufgeteilt, wobei jede Seite mindestens 20 Prozent übernimmt. Dazu kommt ein betriebsspezifischer Teil für Anlässe wie neue Maschinen oder Umbauten. Für die Beispiele nehmen wir an, dass die Sifa 60 Prozent der Grundbetreuung übernimmt, und rechnen mit 85 € pro Stunde:
- Handwerksbetrieb mit 5 Beschäftigten: Pauschale ab 35 € im Monat, also rund 420 € im Jahr.
- Büro oder Dienstleister mit 30 Beschäftigten (Gruppe III, 0,5 Stunden): 15 Stunden Grundbetreuung, davon 9 Stunden Sifa. Das sind rund 765 € im Jahr.
- Logistik oder Handel mit 30 Beschäftigten (Gruppe II, 1,5 Stunden): 45 Stunden Grundbetreuung, davon 27 Stunden Sifa. Das sind rund 2.300 € im Jahr.
- Produktion oder Bau mit 80 Beschäftigten (Gruppe I, 2,5 Stunden): 200 Stunden Grundbetreuung, davon 120 Stunden Sifa. Das sind rund 10.200 € im Jahr.
Weiterlesen: Einsatzzeiten für Ihren Betrieb berechnen · DGUV Vorschrift 2 einfach erklärt
Externe oder eigene Sifa: Was ist günstiger?
Eine eigene Fachkraft für Arbeitssicherheit braucht eine mehrmonatige Ausbildung. Die Lehrgangsgebühren liegen meist im vier- bis fünfstelligen Bereich. Dazu kommen die Arbeitszeit für Ausbildung und Betreuung, regelmäßige Fortbildungen und eine Vertretung bei Urlaub oder Krankheit.
Für Betriebe mit bis zu etwa 250 Beschäftigten ist eine externe Sifa deshalb fast immer günstiger. Sie zahlen nur die Stunden, die Sie wirklich brauchen, und bekommen Erfahrung aus vielen Betrieben Ihrer Branche dazu. Die eigene Sifa lohnt sich erst, wenn so viele Einsatzstunden anfallen, dass eine Stelle ganz oder größtenteils damit ausgelastet ist.
Weiterlesen: Fachkraft für Arbeitssicherheit: Aufgaben und Auswahl
Günstiger mit dem Unternehmermodell?
Bei vielen Berufsgenossenschaften können Betriebe bis etwa 50 Beschäftigte das Unternehmermodell wählen. Dabei bildet sich die Geschäftsführung in kurzen Seminaren selbst fort und holt die Sifa nur bei Bedarf dazu, etwa bei neuen Maschinen oder nach einem Unfall. Das spart laufende Kosten, kostet aber eigene Zeit, und die Verantwortung für die Umsetzung liegt dann vollständig bei Ihnen.
Ob das Modell für Ihren Betrieb möglich ist, legt Ihre Berufsgenossenschaft fest. Für viele Inhaber ist eine kleine Pauschale am Ende einfacher als die eigene Weiterbildung.
Was kostet es, keine Sifa zu haben?
Die Pflicht zur Bestellung einer Sifa gilt ab dem ersten Beschäftigten. Wer sie ignoriert, riskiert Anordnungen der Arbeitsschutzbehörde und Bußgelder bis 25.000 Euro nach dem Arbeitssicherheitsgesetz. Auch die Berufsgenossenschaft kann Verstöße gegen ihre Unfallverhütungsvorschriften mit Bußgeldern ahnden. Seit 2026 sollen die Behörden außerdem jedes Jahr mindestens 5 Prozent der Betriebe kontrollieren.
Teurer als jedes Bußgeld wird ein schwerer Arbeitsunfall ohne Gefährdungsbeurteilung und Betreuung: Dann kann die Berufsgenossenschaft unter Umständen Regress beim Unternehmen nehmen. Eine Sifa für einige hundert Euro im Jahr ist dagegen eine günstige Absicherung.
Weiterlesen: Ab wann eine Sifa Pflicht ist · Arbeitsschutz 2026: die Änderungen
So finden Sie ein faires Angebot
Vergleichen Sie Angebote nicht nur nach dem Preis, sondern nach dem Leistungsumfang. Fragen Sie nach:
- Wie viele Stunden oder Begehungen pro Jahr sind enthalten?
- Sind Gefährdungsbeurteilung, Unterweisungen und der Jahresbericht inklusive?
- Wie werden Anfahrt und zusätzliche Einsätze berechnet?
- Ist die schriftliche Bestellung nach § 5 ASiG enthalten?
- Hat die Sifa Erfahrung in Ihrer Branche, und wie schnell ist sie im Notfall erreichbar?
- Wie lange läuft der Vertrag, und wie kann er gekündigt werden?
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Häufige Fragen
Was kostet eine externe Fachkraft für Arbeitssicherheit pro Stunde?
Marktüblich sind etwa 80 bis 150 € netto pro Stunde, je nach Branche, Region und Leistungsumfang. Bei unseren Partnern beginnt der Stundensatz bei 85 € zuzüglich Anfahrt.
Was kostet eine Sifa für einen kleinen Betrieb im Jahr?
Für Betriebe bis 20 Beschäftigte gibt es Pauschalen. Über unser Partnernetz beginnt die Sifa-Betreuung bei 35 € im Monat, also rund 420 € im Jahr. Sifa und Betriebsarzt zusammen gibt es ab 85 € im Monat.
Wer bestellt die Fachkraft für Arbeitssicherheit?
Der Arbeitgeber, also in der Regel die Geschäftsführung. Die Bestellung muss schriftlich erfolgen und die Aufgaben und Einsatzzeiten festlegen. Bei einer externen Sifa ist das meist Teil des Betreuungsvertrags.
Ab welcher Betriebsgröße brauche ich eine Fachkraft für Arbeitssicherheit?
Ab dem ersten Beschäftigten. Die Betriebsgröße bestimmt nur, wie viel Betreuung nötig ist: Kleine Betriebe bekommen eine vereinfachte Grundbetreuung, größere Betriebe feste Einsatzstunden nach DGUV Vorschrift 2.
Kann ich die Kosten für die Sifa von der Steuer absetzen?
Ja. Die Kosten für eine externe Fachkraft für Arbeitssicherheit sind betrieblich veranlasst und damit Betriebsausgaben.
Kostet die Vermittlung über Arbeitssicherheit Scout etwas?
Nein. Für Betriebe ist die Anfrage kostenlos und unverbindlich. Sie bekommen Angebote von geprüften Partnern aus Ihrer Region und zahlen nur den Partner, den Sie selbst beauftragen.
Quellen
- Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG)
- DGUV Vorschrift 2: Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit
- Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), § 21 Mindestbesichtigungsquote
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