Managementsysteme
SCC Zertifizierung: SCC*, SCC**, SCP und SCCP – Unterschiede, Ablauf, Dauer
Wer bei Auftraggebern in Industrie, Chemie, Raffinerien oder Kraftwerken arbeitet, hört früher oder später: „Ohne SCC kein Auftrag.“ SCC steht für Safety Certificate Contractors – ein Sicherheitszertifikat, das nachweist, dass ein Betrieb Arbeitsschutz, Gesundheit und Umweltschutz systematisch im Griff hat. Hier steht, welche Variante Sie brauchen und wie Sie schnell zum Zertifikat kommen.
Veröffentlicht am 2026-11-03 · 8 Minuten Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
- SCC ist kein Gesetz, wird aber von vielen Auftraggebern in Industrie, Chemie und Energie verlangt.
- SCC* für Betriebe bis 35 Beschäftigte ohne Nachunternehmer, SCC** für größere Betriebe oder mit Nachunternehmern.
- SCP ist die Variante für Personaldienstleister, SCCP die strengere Variante für die Petrochemie.
- Das Personal braucht SCC-Personenzertifikate: Dok. 018 für Mitarbeiter, Dok. 017 für operative Führungskräfte.
- Mit geordnetem Arbeitsschutz sind oft acht bis zwölf Wochen bis zum Zertifikat realistisch.
Was ist SCC?
SCC ist ein Zertifizierungssystem für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz (SGU) bei Kontraktoren, also Firmen, die technische Dienstleistungen auf dem Gelände eines Auftraggebers erbringen. Grundlage ist das SCC-Regelwerk mit einer Checkliste von Fragen, die im Audit nachgewiesen werden müssen.
Für Auftraggeber ist das Zertifikat ein schneller Beleg, dass ein Partnerbetrieb seine Leute unterweist, Gefährdungen beurteilt, Unfälle auswertet und qualifiziertes Personal einsetzt.
Weiterlesen: Leistung: SCC, SCP & SCCP
SCC*, SCC**, SCP und SCCP im Vergleich
Welche Variante Sie brauchen, hängt von Betriebsgröße, Nachunternehmern und Branche ab – und davon, was Ihr Auftraggeber verlangt:
- SCC* (ein Stern): Betriebe mit bis zu 35 Beschäftigten ohne Nachunternehmer. Geprüft wird die operative Ebene.
- SCC** (zwei Sterne): Betriebe mit mehr als 35 Beschäftigten oder mit Nachunternehmern. Zusätzlich wird die Managementebene geprüft.
- SCP: für Personaldienstleister, die Personal an Betriebe mit SGU-Anforderungen überlassen.
- SCCP: für Kontraktoren in der Petrochemie, mit zusätzlichen und strengeren Anforderungen.
Was wird im SCC-Audit geprüft?
Die Checkliste deckt unter anderem ab:
- SGU-Politik, Organisation und Verantwortlichkeiten
- Gefährdungsbeurteilungen und Schutzmaßnahmen
- Unterweisungen und Qualifikation des Personals, einschließlich der SCC-Personenzertifikate
- Arbeitsmedizinische Vorsorge und Betreuung durch Sifa und Betriebsarzt
- Unfall- und Ereignisstatistik und deren Auswertung
- Arbeitsmittel, Prüfungen und persönliche Schutzausrüstung
- Notfallvorsorge und Umgang mit Nachunternehmern
Weiterlesen: SCC-Prüfung Dok. 017 und 018 · Gefährdungsbeurteilung erstellen
Ablauf und Dauer
Erst prüft ein Berater mit der Checkliste, was schon da ist. Dann werden Lücken geschlossen, die SCC-Prüfungen für das Personal geplant und ein internes Audit gemacht. Danach folgt das Zertifizierungsaudit durch eine zugelassene Zertifizierungsstelle. Das Zertifikat gilt drei Jahre; je nach Variante finden dazwischen Überwachungsaudits statt.
Betriebe mit funktionierender Sifa-Betreuung, aktuellen Gefährdungsbeurteilungen und dokumentierten Unterweisungen schaffen das oft in acht bis zwölf Wochen. Am längsten dauert meist, alle Mitarbeiter durch die SCC-Prüfung zu bringen – planen Sie das früh ein.
Was kostet die SCC-Zertifizierung?
Die Kosten bestehen aus Beratung, Audit der Zertifizierungsstelle und den SCC-Prüfungen für das Personal. Die Audittage hängen von Variante und Beschäftigtenzahl ab. Als Richtwert liegt das Erstaudit für kleine Betriebe im unteren vierstelligen Bereich; hinzu kommen die Prüfungsgebühren je Teilnehmer.
SCC oder ISO 45001?
SCC ist auf Kontraktoren zugeschnitten und wird von deren Auftraggebern verlangt. Die ISO 45001 ist ein umfassendes Arbeitsschutzmanagementsystem für jede Branche. Viele Betriebe kombinieren beides: Das ISO-45001-System deckt die SCC-Anforderungen weitgehend ab, und die Audits lassen sich abstimmen.
Weiterlesen: ISO 45001 Zertifizierung
Häufige Fragen
Ist SCC gesetzlich vorgeschrieben?
Nein. SCC ist freiwillig, wird aber von vielen Auftraggebern als Voraussetzung für Aufträge verlangt.
Was bedeuten die Sterne bei SCC?
SCC* prüft die operative Ebene und gilt für Betriebe bis 35 Beschäftigte ohne Nachunternehmer. SCC** prüft zusätzlich die Managementebene und gilt für größere Betriebe oder Betriebe mit Nachunternehmern.
Wie lange ist das SCC-Zertifikat gültig?
Drei Jahre. Danach folgt ein Rezertifizierungsaudit; je nach Variante finden dazwischen Überwachungsaudits statt.
Müssen alle Mitarbeiter eine SCC-Prüfung haben?
Das operativ tätige Personal braucht in der Regel ein Personenzertifikat nach Dok. 018, operative Führungskräfte nach Dok. 017. Wie hoch der Anteil sein muss, regelt die SCC-Checkliste.
Quellen
- Haufe: Was bedeutet SCC und wer braucht das?
- TÜV SÜD: SCC und SCP für Kontraktoren und Personaldienstleister
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